die Zündapp-Historie

mit Dank an Stefan Rentmeister

Im Frühjahr 1953 starteten die Zündapp- Werke nach ausführlichen Studien die Entwicklung der ersten Bella R 150. Die Bella war im Gegensatz zu vielen anderen, in Deutschland erhältlichen Motorrollern, eine Eigenkonstruktion. Die Motorentechnik wurde den hervorragenden und beliebten Derbymodellen entnommen, die zu dieser Zeit schon 20 Jahre produziert wurden . Ein präzises 4 Gang Ziehkeilgetriebe, eine Telegabel und große 12 Zoll Räder sorgten für gute Kraftentfaltung und hervorragende Straßenlage.

Designmäßig orientiere man sich an den italienischen Parilla Rollern Um auf ein heulendes – und leistungsminderndes Gebläse verzichten zu können wurde ein aerodynamisch geformter Vorderkotflügel und ein Lufttunnel im Beinschild entwickelt. Schon bei einer der ersten Präsentationen anläßlich der Deutschlandfahrt 1953 wurde die Bella wegen Ihrer ausgezeichneten Straßenlage  hoch gelobt. Nicht alle zu dieser Zeit produzierten Motorräder ließen sich so gut händeln. Das Wirtschaftswunder tat sein Übriges und die Entwicklung der Bella ging rasant weiter.

Schon 1954 erschien die Bella R200 mit um 50cm³ vergrößertem Hubraum, mit breiterem Voderreifen mit 3.50×12 statt 3.00×12, und vergrößertem Vorderkotflügel.

1955 gab es die Schwestermodelle R 151 und R 201, die nun mit einer Dynastartanlage aus dem Hause Siba ausgerüstet waren. Ab dem Jahreswechsel 1955/56 konnte die R 201 auf Wunsch mit einer Schwingengabel ausgestattet werden.

1956-1958 bot man die Modelle R153/ R154 an, die mit weniger Zierrat und einfacheren Blechtrittbrettern auskommen mussten. Die Schwingengabel war jetzt Standard. Dem Dynastart blieb man treu, da es sich gezeigt hatte, dass viele Leute Angst vor rückschlagenden Kickstartern und daraus resultierenden “blauen Waden“ hatten. Gleichzeitig gab es die R 203, die eigentlich eine besser ausgestattete 201 war. Es gab Chromschuck am Lenker und dem Vorderkotflügel sowie die neue Rückleuchte, die generell ab 1956 verbaut wurde.

1958-1960 wurde die R 204 produziert, die karosseriemäßig der 203 entsprach. Lediglich der Lenker hatte nun eine Blechverkleidung dem Trend der Zeit entspechend. Dafür gab es nun einen neuen Motor mit deutlich mehr Leistung, mit 12 PS statt der bisherigen 10,7 PS. Dieses Modell war das erste, welches in Nürnberg und in München produziert wurde.

1961- 1964 sind die letzten Jahre der Bellaproduktion. Jetzt gab es die Bella 175 S  und die Bella 200. Die Kennzeichnung “R” für Roller wurde weggelassen. Bei der 175 S handelte es sich um eine im Hubraum verkleinerte R 204. Durch dieses Modell konnten günstigere Haftpflichtprämien erzielt werden. Die perfekteste Bella jedoch war die Bella 200 ausgestattet mit allem Chrom und der seit 1961 erhältlichen Vierfachblinkanlage.

Speziell für den US Markt gab es einige Modelle, die in Deutschland nicht erhältlich waren, z.B die 153 K ( für Kickstarter ) und Suburbanette (ein Modell bei dem man im Wesentlichen alle nicht benötigten Karosserieteile weggelassen hatte). Hiervon wurden jedoch nur ca. 300 Stück gebaut.

Auch in Deutschland gab es manchmal einige Abweichungen, so z.B. ein Modell
R 201/203 . Ob diese Modellkombination nur zulassungstechnische Gründe hatte ist mir nicht bekannt, aber zu vermuten, da diese Modelle ja technisch gleich waren.

Alle 200 cm³ Modelle sind von Hause aus seitenwagentauglich gewesen.